NSU- Prozess in München – Wachsam bleiben!

Mit Befremden verfolgen wir das Geschehen im Vorfeld des NSU- Prozesses, der am 17.4. in München beginnt. Zurecht fragt man sich auch im Ausland, allen voran in der Türkei, dem Heimatland der meisten Opfer, warum es nicht möglich war, in ganz München einen größeren Saal aufzutreiben und damit mehr Menschen mit berechtigtem Interesse  an der Aufarbeitung der Morde die Beobachtung dieses Prozesses zu ermöglichen. Die Argumente für die jetzige Lösung sind in den letzten Tagen in der Presse hinlänglich ausgebreitet worden.
Trotzdem bleibt ein fahler Nachgeschmack. Was rechtlich unangreifbar scheint, muss nicht immer politisch richtig sein. Die Familien der Opfer müssen sich zu Recht ein weiteres Mal unangemessen behandelt fühlen, gerade nach den Fahndungspannen der letzten Jahre und den unsäglichen falschen Verdächtigungen, die die Familienangehörigen der Opfer zu ertragen hatten.

Die Tatsache, dass die Mörder lange Jahre unentdeckt handeln konnten und nur durch Zufall aufgeflogen sind, lässt den Verdacht aufkommen, dass die Behörden die Gefahr von Rechts verharmlost (siehe Extremismusberichte der letzten Jahre!) und bagatellisiert, ja sogar deren Aktionen noch durch die V-Männer finanziert haben.

Wir müssen wachsam sein! Nicht nur offenen Rassismus gilt es zu bekämpfen – auch der in weiten Teilen der Gesellschaft anzutreffenden, latenten Ausländerfeindlichkeit müssen wir als engagierte Bürger/innen couragiert entgegentreten.

0 Kommentare

Dein Kommentar

Want to join the discussion?
Feel free to contribute!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.