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Fair ist was anderes – was fordern die Landwirte?

Warum soll fair gehandelte Milch in die Supermärkte?
Der BDM (Bundesverband deutscher Milchviehhalter e.V.) hat den SPD-Kandidaten für die Bundes-Landtags- und Bezirkstagswahlen Klaus Barthel, Tim Weidner und Elisabeth Fuchsenberger einen Einblick in die Chancen und Probleme der Milchbauern im Landkreis gegeben. Auf dem idyllisch gelegenen Hof der Familie Friesenegger in Unterzeismering erwartete uns neben einer gigantischen Brotzeit wichtige Informationen über die Lage der Bauern. Seit langem ist eine  Schieflage der bäuerlichen  Landwirtschaft zu beklagen: Kaum ein Bauer kann noch allein von der Landwirtschaft (über)leben. Nur noch die Hälfte des Einkommens bezieht ein Landwirt durch selbst erwirtschaftetem Ertrag, die andere Hälfte wird über unterschiedlichste Subventionen abgedeckt. Dennoch verfallen die Preise von Lebensmittel immer mehr, den Verbrauchern ist der Wert eines Glas Milchs, eines Stück Fleisches oder eines Apfels nicht mehr bewusst, es landet viel zuviel von wertvollem Essen auf dem Müll. „Was nichts kostet, ist auch nichts wert“ so fasst der Vorsitzende des BDM im Landkreis Starnberg, Michael Friedinger,  der in  Farchach einen Demeter-Betrieb führt, die Situation zusammen. Die Discounter lieferten sich einen gnadenlosen Preiskampf und die Mehrheit der Kunden mache sich keine Gedanken, was auf den Tisch kommt. Hauptsache billig! Dass dabei nicht nur die Bauern, sondern auch die Esskultur und das  Bewusstsein über den Wert eines Lebensmittels unter die Räder kommen, liegt auf der Hand. Auf der anderen Seite gibt es immer mehr Menschen, die trotz der günstigen Preise für Nahrungsmittel auf die „Tafeln“ angewiesen sind, auch im Landkreis Starnberg.  Dieses Problem ist aber nicht über die Erzeugerpreise zu lösen.
Die Milchbauern fordern:
-Faire Preise, 50 Cent für den Liter Milch von den Molkereien (derzeit 37 Cent)
-eine flexible Mengensteuerung für den einzelnen Betrieb in Verantwortung der Milcherzeuger
– einen eigenen Rohmilchmarkt vor der Molkereiwirtschaft
– Direktvermarktung erleichtern
-die gemeinsame Agrarpolitik (GAP) muss neu ausgerichtet werden
– Kindern und Eltern soll der Wert des Lebensmittel und gesunde Ernährung wieder nahe gebracht werden  (Stichwort: Slow food)
(weitere Infos: www.bdm-verband.de)

 

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